5 Jahre Nachbarschaftsladen
Der Nachbarschaftsladen in Bremervörde feiert fünfjähriges Bestehen. Anlässlich des kleinen aber feinen Jubiläums schildern die beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, Sabine Schneider und Rebecca Ellmers, wie sich die soziale Einrichtung in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde St. Liborius seit ihrer Gründung im Januar 2021 mitten in der Corona-Pandemie entwickelt hat und welche Pläne es für die nahe Zukunft gibt.
„Kinder und Familien stärken“, darum geht es im Nachbarschaftsladen - und darum, „Begegnungsorte“ zu schaffen. Angebot und Zielsetzung gleichen denen im Stadtteilladen, der 2014 auf maßgebliche Initiative von Pastor Volker Rosenfeld im Neuen Feld eröffnet wurde und von der evangelischen Auferstehungsgemeinde getragen wird. Auch in der Gnarrenburger Straße 54 im Bremervörder Ortsteil Engeo erhalten Grundschulkinder Hilfe bei den Hausaufgaben; es gibt Spielmöglichkeiten und Impulse zu sinnvoller, kreativer Freizeitgestaltung. Erwachsene nutzen den Nachbarschaftsladen als niedrigschwellige Anlaufstelle bei allen erdenklichen Fragen des täglichen Lebens. Die Sozialarbeiterinnen Sabine Schneider und Rebecca Ellmers vermitteln bei Bedarf an Fachberatungsstellen und helfen bei Antragstellungen oder Behördenangelegenheiten. Die Hausaufgabenbetreuung wird unterstützt von 16 Ehrenamtlichen viermal die Woche nachmittags. Die Freiwilligen bringen sich außerdem in der Spiel- und Freizeitgestaltung sowie bei der Organisation von Ausflügen und Festen ein.
Der Bremervörder Stadtteil Engeo ist das, was Sozialwissenschaftler heute als „Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf“ bezeichnen. Die Haupt- und Ehrenamtlichen im Nachbarschaftsladen leisten praktische „Gemeinwesenarbeit“: Ziel ist es, die Lebensbedingungen von sozial benachteiligten Kindern und Familien zu verbessern. Die Partizipation der Familien und BewohnerInnen ist ausdrücklich erwünscht. „Der Laden darf erobert werden“, unterstreicht Sabine Schneider. Die Kinder und ihre Eltern entscheiden, was an „Programm“ stattfindet. Auf diese Weise sind zum Beispiel das „Kreativcafé“ und das „Internationale Kochstudio“ entstanden, zwei Veranstaltungsformate für Erwachsene. Weitere sollen folgen. Rebecca Ellmers, seit November hauptamtlich im Nachbarschaftsladen tätig, hat am ersten Weihnachtsfeiertag ein offenes Treffen im Laden organisiert und ist mit der Besucherresonanz sehr zufrieden. Gespräche hätten gezeigt, dass sich viele Menschen mehr Angebote für Erwachsene in der Einrichtung wünschen. „Wir müssen raus zu den Leuten, Ideen aufnehmen und erfahren, wo Bedarfe sind“, ist Ellmers überzeugt.
Das Wichtigste im Nachbarschaftsladen: Jede/r soll sich wohlfühlen. „Daraus leiten sich bestimmte Verhaltensregeln ab“, sagt Sabine Schneider über das überwiegend gute Miteinander in der Einrichtung. Wenn bis zu 30 Kinder aus 15 unterschiedlichen Nationen zusammenkämen, sei es auch mal laut und anstrengend, aber sie empfindet die Arbeit mit den Kindern als „sehr bereichernd“. Vertrauen der Kinder geschenkt zu bekommen, erfülle sie mit Dank und sie wolle einen Beitrag dazu leisten, sie und ihre Familien zu unterstützen. Anlässlich des fünfjährigen Bestehens laden Schneider und Ellmers Freunde, Förderer und interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem „Jubiläumsspaziergang“ in Engeo ein (Infos folgen). Auch beim Sommerfest im Juli soll das fünfjährige Bestehen mit vielen Gästen, Jung und Alt, gefeiert werden.
Gefördert wird der Nachbarschaftsladen von der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) „Soziale Brennpunkte“, der Stadt Bremervörde sowie privaten Spendern. Bis Ende 2026 ist die Finanzierung gesichert, für die Folgejahre muss die Liborius-Gemeinde erneut Mittel beantragen. Weitere Informationen online unter www.https://nl-engeo.wir-e.de/aktuelles. Die Einrichtung ist telefonisch unter 0157/381 410 29 und 0152/338 00314 zu erreichen.